Markteinführung Spinit 3.0 E in Indien - Interview mit Michael A. Tuschak

„Ausgerechnet im Single Jersey!“

Zur ITME in Mumbai präsentiert Mayer & Cie. sein verkaufsreifes Fancy-Modul für die Spinit 3.0 E. Michael A. Tuschak ist verantwortlich für Marketing und Vertrieb spinitsystems. Er erklärt, was die optionale Musterungseinrichtung auszeichnet.


Als „Überraschungsgast“ war Fancy-Modul auf der ITMA 2015 in Mailand zum ersten Mal zu sehen. Wie lief das?

In Mailand haben wir unsere Spinnstrickmaschine Spinit 3.0 E gezeigt, mit der wir uns im Vorserienstatus befinden. Damit verbunden haben wir, als eine Art Ausblick, die Funktionsweise des Fancy-Moduls vorgestellt. Dabei handelte es sich noch um einen waschechten Prototypen, mit dem wir einige der völlig neuartigen Mustermöglichkeiten vorstellen konnten. Schon in dieser Form stieß unsere neue Musterungseinrichtung auf beachtliches Interesse.

Hat Sie die ITMA-Erfahrung dazu bewogen, Ihre Spinnstrickmaschine jetzt optional mit diesem Modul auszustatten?

Auf jeden Fall! Fancy-Modul hatte einen großen Anteil am Erfolg unserer Messepräsentation in Mailand. Deswegen haben wir die Zeit genutzt, um zur ITME in Mumbai ein Fancy-Modul vorzustellen, das auf „Ballhöhe“ ist, wie die Spinit 3.0 E selbst. So können wir an die ersten Pilotkunden liefern.

In wie fern unterscheiden sich per Fancy-Modul erzeugte Muster von jenen, die auf einer Jacquardmaschine hergestellt werden?

Die Spinit produziert gemusterte Dessins, indem sie über elektronische Streckwerke dickere und dünnere Garne produziert, die dann nadelgenau verstrickt werden. Die Tatsache, dass das Muster über die Änderung der Garnfeinheit erreicht wird, hat zur Folge, dass wir im Gestrick immer einen Verlauf haben. Dieser pastellige, weiche Übergang. Der Effekt ist der typische Wechsel von transparenten und deckenden Musterbereichen.

Bei einer konventionellen Strickmaschine, die das Muster über die Einzelnadelauswahl erzeugt, gibt es den weichen Übergang nicht. Denn entweder strickt die einzelne Nadel – oder sie tut es eben nicht. Das Ergebnis sind die bekannten klaren Konturen im Jacquard-Muster.

Durch die Änderung der Garnfeinheit über die Streckwerke können wir Muster und Effekte herstellen, vor allem Devoré-Muster oder auch Ausbrenner-Muster genannt, die in der Anmutung ganz anders sind als Jacquard-Muster. Auch für die unregelmäßigen Effekte, die Slub-Effekte, die gerade sehr populär sind, eignet sich Fancy-Modul hervorragend. Intarsia-Designs, ganz geometrische Muster, können ebenfalls in einer besonderen Spinit-Dimension hergestellt werden.

Welchen Vorteil hat es, diese Muster auf der Spinit herzustellen anstatt auf einer Jacquardmaschine?

Die elektronisch gesteuerten Streckwerke sind ein zentraler Bestandteil der Spinit. Die Motoren der Streckwerke sind sehr genau steuerbar, sie können schnellste Nummernwechsel vornehmen. Für uns lag es auf der Hand, diese ohnehin vorhandene Technologie auch zur Musterung zu nutzen.

Für wen ist Fancy-Modul interessant?

Grundsätzlich ist Fancy-Modul für alle Spinit-Kunden interessant. Die Spinit stellt einen glatten Single Jersey her, der unseren Kunden ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Und das ausgerechnet im Single Jersey Bereich! Single Jersey ist die Mutter aller Strickwaren, ein „Commodity“, d.h. eine Massenware, bei der eigentlich nur die Menge zählt. Hier setzen wir uns ab mit dem Spinit Jersey, ein Single Jersey mit einem eigenen Look & Feel, der durch die Falschdrahttechnologie entsteht. Durch die Fancy-Effekte wird das Ganze noch charakteristischer, das Thema Spinnstricken bekommt eine zusätzliche Dimension. Wir nennen den Stoff dann Spinit Fancy Jersey.

Was versprechen Sie sich von der ITME, auf der die Spinit 3.0 E live mit Fancy-Modul zu sehen sein wird?

Indien ist einer unserer Brückenkopfmärkte, auf dem wir mit unserem Vertreter Batliboi hervorragend aufgestellt sind. Unsere indischen Kunden sind anspruchsvoll und insbesondere im Bereich der Spinnerei ist ein sehr großes Know-How vorhanden. Schließlich verfügt Indien über viele große, moderne Spinnereien und vollstufige Betriebe. Dieses Publikum gilt es einmal mehr zu überzeugen. Denn wenn wir 2017 mit der Serienmaschine an den Start gehen, gehört Indien zu den wichtigsten Märkten.

Michael A. Tuschak zeichnet bei Mayer & Cie. für Marketing und Vertrieb spinitsystems verantwortlich.

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