111. Geburtstag – auf dem Weg in die Zukunft

Rückblick und Ausgangssituation: 

Der Auftragseingang ist seit Jahren rückläufig, so dass sich teilweise kaum mehr als 1.000 Maschinen auf den Weg zu den Kunden machen. Bei Mayer & Cie. jedoch sind Kapazitäten für etwa das doppelte Auftragsvolumen vorhanden. Grund für den Auftragsrückgang ist die zunehmende billige Konkurrenz aus Asien. Binnen weniger Jahre sind dutzende neuer Konkurrenten auf den Markt gekommen. Teilweise verschwinden sie schneller, als dass sie ernsthaft wahrgenommen werden. Trotzdem drücken sie den Preis enorm. Obwohl die Geschäfte in den Jahren 2006 und 2007 nochmals ordentlich laufen, kann auch dieses Zwischenhoch nicht mehr lange über große strukturelle Defizite hinwegtäuschen. Nachdem 2008 mit der geräuschvollen Pleite der Lehman Brothers Bank eine neue Weltwirtschaftskrise beginnt, muss Mayer & Cie. im Herbst 2009 Insolvenz anmelden.

Ereignisse zu unseren Unternehmenswerten

Marktführer

Der Rundstrickmaschinenmarkt hatte im vergangenen Jahr ein Volumen von insgesamt rund 27.000 Maschinen, in den vergangenen zehn Jahren waren es etwa 300.000 Rundstrickmaschinen.
Der Markt ist sehr stark fragmentiert, es gibt viele kleine Anbieter. Der Anteil, den Mayer & Cie. am globalen Rundstrickmaschinenmarkt hat, beläuft sich wertmäßig auf etwa 15-20 Prozent. Betrachtet man die Anzahl der verkauften Maschinen, beträgt der Anteil circa 5 Prozent.

Höchster Auftragsbestand seit 30 Jahren

Produziert und verkauft hat Mayer & Cie. im Jahr 2015 mehr als 1.300 Maschinen, 2016 wird sich diese Zahl wohl auf 1.500 belaufen. Der Auftragseingang hat ein Niveau erreicht, wie es die Firma zum letzten Mal vor Jahrzehnten gesehen hat. Entsprechend sind die Produktionskapazitäten an allen Standorten, in Albstadt, Vsetin und Shanghai mehr als ausgelastet.

50 Maschinen im Portfolio

Etwas mehr als ein Drittel der Maschinen, die Mayer & Cie. anbietet, sind erst seit maximal 2010 im Programm.
Bei den Single-Maschinen ist der Anteil der jungen Maschinen noch höher: Mehr als 40 Prozent sind sechs Jahre und jünger. Daneben gab es innerhalb bestehender Typen kontinuierliche Verbesserungen. Auch an den zentralen Komponenten, beispielsweise am Antrieb, den Schlossteilen oder dem Öler wird stetig weiterentwickelt. Das bringt unter anderem energietechnische Vorteile: Eine aktuelle Relanit-Maschine benötigt rund 30 Prozent weniger Energie als eine konventionelle Strickmaschine.

Mayer-Maschinen sind „lebende“ Legenden

60 Prozent aller jemals verkauften Rundstrickmaschinen sind noch im Markt. MCT hat bis dato mehr als 70.000 Maschinen verkauft – das heißt, weltweit stricken rund 42.000 Mayer-Maschinen. Darunter müssten, rein rechnerisch, 6.000 Relanit-Maschinen und mehr als 4.000 OVJA 36 sein. 

Die OVJA 36, eingeführt 1967, war die erste Overnit Jacquard Maschine, die Jacquard-gemusterte Meterware bis zu einer Feinheit von E 24 herstellen konnte. Sie wurde rund 7.000 Mal verkauft. Die OVJA 36 erreichte Weltruhm und ist bis heute legendär. 

Seit ihrer Markteinführung 1987 wurden bisher 10.000 Relanit-Maschinen verkauft. Das entspricht einem Siebtel aller jemals verkauften Mayer-Maschinen. Obwohl der Patentschutz auf die mit der Relativtechnologie ausgestatteten Single Jersey Maschinen bereits 2003 auslief, gibt es bis heute keine Nachahmer. An der Popularität der Maschine dürfte das nicht liegen.

 

„Mit unseren Rundstrickmaschinen […] geben wir Ihnen ein Produktionsmittel an die Hand, das den höchsten Anforderungen gerecht wird. Sie sind nicht nur ‚auch Strickmaschinen‘, sondern sorgfältigst in jahrelanger Arbeit, von Grund auf konstruierte, neue, unter Einsatz der modernsten Mittel der Technik, von bestem Fachpersonal hergestellte Maschinen.“

Auszug aus einem Mayer & Cie. Prospekt für Rundstrickmaschinen aus dem Jahr 1938. In diesem Jahr brachte MCT die ersten eigenen Rundstrickmaschinen auf den Markt.

 

 

Mit Neuentwicklungen an der Spitze bleiben

Mayer & Cie. Maschinen werden auch in Zukunft als Benchmark für Innova­tionen und Leistungsfähigkeit im Rundstrickbereich gelten. Etwa sieben Prozent der Belegschaft sind in Entwicklung und Konstruktion zuhause. Sie sorgen dafür, dass Mayer & Cie. auch in Zukunft die Nase vorn hat. Die Vertreter und Verkäufer sind nicht nur unterwegs, um Maschinen zu verkaufen, sondern auch um zu verstehen, was den Kunden auch zukünftig einen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnte. 

Für seine Innovationen erhält Mayer & Cie. immer wieder Auszeichnungen und Preise. Das Aushängeschild des Innovationstreibers ist aktuell die Spinit 3.0 E, die erste mit der Spinnstricktechnologie ausgestattete Maschinentype. Sie war bei der ITMA unter den Finalisten für den „ITMA Sustainable Innovation Award 2015“. Das gesamte Unternehmen wird im Juni 2016 als eines der hundert innovativsten Unternehmen Deutschlands ausgezeichnet.

„Auch in Zukunft werden wir bei Mayer & Cie. darauf achten, dass wir mit unseren Neuentwicklungen an der Spitze bleiben“. So sagte es Emil Mayer im Jahr 1965. Er stand zu seinem Versprechen. Seine Enkel werden es ihm gleichtun.

320 Patente beweisen die Innovationsfähigkeit

Die Firma MCT hat weltweit  ca. 320 Patente und Gebrauchsmuster angemeldet. 

Das erste Patent, das Mayer & Cie. in Bezug auf den Rundstrickmaschinenbau zugeordnet werden kann, stammt aus dem Jahr 1938. Seither hat Mayer & Cie. jedes Jahr zwischen drei und vier Patente angemeldet. 

Eines der jüngsten MCT-Patente im Bereich Rundstrick ist jenes für das Ölersystem SENSOBlueRS. Bereits gebrauchtes Nadelöl wird maschinenintern gereinigt und dem Kreislauf wieder zugeführt. Je nach Maschine verringert sich der Einsatz frischen Nadelöls um bis zu 30 Prozent. 

Im Umfeld der Technologie spinitsystems wurde im Juni 2016 die Anmeldung für das sogenannte »Fancy-Modul« veröffentlicht. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, mit dem auf der Spinit ganz neuartige Muster erstellt werden können. Auf das Konto der Spinit gehen mehr 50 nationale und internationale Patente, die Mayer & Cie. in den letzten 13 Jahren, seit die Entwicklung der Spinit läuft, anmelden konnte.

Für die Innovationserfolge ausgezeichnet

Am 24. Juni 2016 erhält der Strickmaschinen­­hersteller die Auszeichnung »Top 100«. Damit darf sich Mayer & Cie. zur Innovationselite des deutschen Mittelstandes zählen.
Ausgezeichnet wird das Traditionsunternehmen für sein Innovations­management und seinen Innovations­erfolg, darunter die Spinnstricktechnologie. Mit dieser hat Mayer & Cie., so das Fazit der Jury von Top 100, jüngst sein unkonventionelles Handeln und Denken unter Beweis gestellt.

70.000ste Maschine an Speidel, Bodelshausen ausgeliefert

Ende April 2015 wurde die 70.000 Strickmaschnine eine MV 4-3.2 II ausgeliefert.

„Wir empfinden es als große Ehre, dass die siebzigtausendste Strickmaschine aus dem Hause Mayer & Cie. an uns geliefert wurde“, sagt Hans-Jürgen Speidel, Betriebsleiter der Firma Speidel und damit verantwortlich für die nahezu 130 Strickmaschinen umfassende hauseigene Strickerei. „Gute, verlässliche Partner direkt vor der Haustür sind ein Glücksfall, allein schon wegen der kurzen Wege, dem persönlichen Kontakt und der engen Zusammenarbeit. Gleichzeitig zahlt die Präsenz innovativer, zukunftsorientierter Unternehmen natürlich auf den Wert und den Fortbestand des heimischen Industrie­standortes ein.“

Für den Bodelshausener Wäschehersteller liegt der Schwerpunkt der Produktion auf hochwertiger Single- und Feinripp-Ware, die für den optimalen Trage­komfort der Unterwäsche hauptsächlich in Leibweiten hergestellt wird. Die dafür erforderlichen Maschinen bezieht Speidel seit Jahren ausschließlich von Mayer & Cie. in Albstadt-Tailfingen.

Den Grund für die Treue zum Albstädter Hersteller hat Hans-Jürgen Speidel schnell erklärt: „Wir schätzen die gleichbleibend hohe Qualität, das große Maschinenwissen und die Kontinuität, die wir bei Mayer & Cie. vorfinden. Spezielle Anforderungen, die wir produktionsbedingt an unsere neuen Maschinen haben, werden bei der Entwicklung zuverlässig berücksichtigt und umgesetzt.“

Zufriedene Kunden sind treue Kunden

Die Basis für den Erfolg von Mayer & Cie. sind zufriedene Kunden und eine jahrelange, erfolgreiche Zusammenarbeit. Mayer & Cie. hat geschätzte 2.000 bis 3.000 Stammkunden, das heißt, Kunden, die immer wieder bei MCT kaufen und deren Maschinenpark mehrheitlich aus Mayer-Maschinen besteht. Darunter sind nicht wenige Kunden, die Mayer & Cie. bereits seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts die Treue halten. 

Javier Chornik, President bei Texcom, Buenos Aires, Argentinien, dessen Unternehmen seit Mitte der sechziger Jahre Mayer & Cie. Kunde ist, sagt: „Um das Jahr 1965 schickte uns Herr Mayer persönlich eine Maschine, kostenlos. Er sagte, wir sollten sie nur bezahlen, wenn wir auch wirklich zufrieden wären. Und das waren wir. Heute laufen bei uns rund 100 Mayer-Maschinen.”

Wendy Kurnia, Inhaber von PT. Harapan Kurnia in Bandung, Indonesien sagt: „Wir sind seit über 35 Jahren Mayer-Kunde. Was uns immer wieder beeindruckt, ist die verlässliche, beständig hohe Qualität der Maschinen.“

 

„Schließlich verkaufen wir
Kundenerfolg – und nicht einfach nur Strickmaschinen“. 

Rainer Mayer zur ITMA 1995 in Mailand 

Nachhaltigkeit auf verschiedenen Ebenen

Mayer-Produkte müssen modernen Umweltstandards entsprechen. Energie­effizienz ist bei jeder Neu- oder Weiterentwicklung einer Maschine ein zentrales Thema.
Die Relanit 3.2 HS beispielsweise, das jüngste Mitglied der Relanit-Familie, liegt in puncto Energieverbrauch circa 30 Prozent unter dem einer herkömmlichen Strickmaschine. Auch die Spinit 3.0 E, die erste mit der Technologie spinitsystems ausgestattete Maschinentype, spart nicht nur aufgrund der Kombination bisher getrennter Prozesse deutlich Energie und CO2 ein.

Das Augenmerk der Entwickler liegt außerdem auf dem maßvollen Einsatz von Verbrauchsmitteln:
Alle neuen Strickmaschinen von Mayer & Cie. können mit dem Nadelöl-Recycling-System SENSOBlueRS bestellt werden.
Bei diesem Recycling-Verfahren wird von der Maschine bereits gebrauchtes und damit verschmutztes Nadelöl maschinenintern gefiltert. So kann das gebrauchte Nadelöl wieder in den Kreislauf zurückfließen. Dank dieses Systems kommt eine Maschine mit rund 30 Prozent weniger frischen Nadelöls aus.

Mayer-Produkte sind dort, wo die Kunden sind

Rund 80 Vertretungen gehören zum weltweiten Vertriebs- und Service­Netzwerk. Eigene Produktionsstandorte unterhält das Unternehmen drei. Neben dem Stammwerk in Tailfingen montieren rund 60 Mitarbeiter im tschechischen Werk in Vsetín vor allem die S- und D-Linien.
Jene sprechen sehr erfolgreich das mittlere Preissegment an.
Seit 2012 bauen 30 Mayer-Mitarbeiter in Shanghai eine eigens für den wichtigen chinesischen Markt entwickelte Single Maschine, aktuell unter dem Namen MSC 3.2 II. Seit 2015 montieren sie auch das Pendant für Double Jersey, die MDC 2.2. 

 

Für solide Geschäfts­politik ausgezeichnet

Internationale Rating-Agenturen bezeichnen Mayer & Cie. 2012 als das zweitsolideste der insgesamt 142 Unternehmen der Branche.

MCT ist Blue Competence Partner

Die Blue Competence Partner haben gemeinsame Ziele:

· mit Technik die Welt gestalten – auch übermorgen. Die Herausforderungen durch die großen Megatrends unserer Zeit können nur mit Spitzentechnologie und technischen Innovationen gemeistert werden.  

· mit weniger Ressourcen mehr erreichen. Die Weltbevölkerung wächst, aber die natürlichen Ressourcen nicht. Damit wir alle in Zukunft in Würde auf der Erde leben können, müssen wir sparsam mit dem Vorhandenen umgehen. Das gelingt durch Steigerung der Effizienz – und das ist seit Jahrzehnten eine Kernkompetenz des Maschinen- und Anlagenbaus. 

· Verantwortung übernehmen.
Mittelständische Unternehmen prägen den Maschinen- und Anlagenbau. Viele sind seit Generationen in Familienhand. Daraus ist eine soziale Tradition entstanden. Und eine ökologische wie kulturelle Verpflichtung gegenüber dem Standort.  Wir setzen auf den respektvollen Umgang mit Mitarbeitern und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Lieferanten weltweit.

· Vorbild sein.
Der Maschinen- und Anlagenbau zeigt mit jeder neuen Entwicklung, dass Nachhaltigkeit zugleich auch die Wirtschaftlichkeit erhöht. Ressourcen­effizienz und Kosteneffizienz sind zwei Seiten einer Medaille. Diese Erkenntnis gilt auch in anderen Branchen und anderen Regionen der Welt. Blue Competence will zeigen, dass es nicht nur gut, sondern nützlich ist, nachhaltig zu handeln.

111 Jahre Mayer & Cie.

Mayer & Cie. feiert 2016 seinen 111. Geburtstag. Das ist ein besonderes Jubiläum, nicht nur, weil es eine schöne Schnapszahl ist und das Unternehmen eine bewegte und offensichtlich lange Geschichte vorzuweisen hat. Wichtig ist dieses Jubiläum insbesondere deshalb, weil die drei Einsen in 111 für die Positionen stehen, die Mayer & Cie. heute – wieder – inne hat: Marktführer, Technologieführer und Innovationstreiber.

Das Unternehmen Mayer & Cie., gegründet am 8. Juli 1905, ist seit 111 Jahren ein Familien­unternehmen, zu 100 Prozent in Familienbesitz, zu 100 Prozent inhaber­geführt. Nach mehr als 100 Jahren können das noch maximal drei Prozent aller Unternehmen von sich behaupten. 

Die Inhaberfamilie, die das Unternehmen Mayer & Cie. in vierter Generation leitet, sieht sich bereits heute in der Verantwortung für die nächste Generation. Das ist mit ein Grund für die überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalquote von über 50 Prozent. Das Unternehmen soll aus eigener Kraft und damit nachhaltig wachsen. 

Abschied nehmen

Rainer Mayer verstarb am 1. April 2015 viel zu früh im 67. Lebensjahr. Er hat das Gesicht und den Erfolg des Unternehmens entscheidend geprägt.

Rainer Mayer, geboren 1947 in Tailfingen und dort mit vier Geschwistern aufgewachsen, trat nach Abschluss seines Studium im Jahr 1972 im Alter von nur 24 Jahren in das elterliche Unternehmen ein. Gemeinsam mit seinem Bruder Peter, auch dieser damals erst in den jungen Dreißigern, übernimmt er die Verantwortung für den Rundstrickmaschinenhersteller. Er lenkte die Firma mehr als 40 Jahre lang sehr erfolgreich und durch teilweise äußerst schwierige wirtschaftliche Zeiten.

Das im Jahr 2009 eingeleitete Insolvenzverfahren konnte dank des Engagements und der vertrauensvollen Beziehungen, die Rainer Mayer über Jahre hinweg zu den Kunden aufgebaut hatte, erfolgreich zu Ende gebracht werden.

Sein Sohn Benjamin Mayer sagt: „Mit dem Tod unseres Vaters und Onkels haben wir einen sehr erfolgreichen und weitsichtigen Unternehmer verloren, der die Firma Mayer & Cie. über lange Jahre entscheidend geprägt hat. Sein Leben und Wirken wird uns immer Vorbild und Verpflichtung sein.“


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